Chipsfree – Unser Kodex in Sachen klare Kennzeichnung (Teil 1 von 2)

“Wir gehen davon aus, dass die sogenannte “Würzung mit Holzchips” die Authentizität unserer Weine mindert. Deshalb halten wir es für wichtig, dass man den Verbrauchern mitteilt, was der Unterschied zwischen den nunmehr beiden Arten von Wein ist. Die weltweite Verbreitung von “Holzschnitzel-Weinen” ist aufgrund der fortschreitenden Globalisierung nicht mehr aufzuhalten. Seit dem 1.1.2007 ist diese Praktik auch innerhalb der EU zulässig.”

Der kleine Unterschied
Eine Transparenz dieses System ist allerdings nicht gegeben, da Weine die mit Holzwürzmitteln (gerösteten Holzchips, Holzschnitzeln, Holzspänen, Holzlatten, Holzbrettern usw.) hergestellt wurden, nicht als solche gekennzeichnet werden müssen. Die folgende Darstellung soll den Unterschied verdeutlichen:

1. “Die Zugabe von Holzschnitzeln” bedeutet, dass zwar Holz im Wein war, der Wein aber nicht im Holz ausgebaut wurde.

2. “Der Ausbau in echten Holzfässern” bedeutet, dass der Wein im Holzfass gewesen ist und auch darin ausgebaut wurde.

Schöne neue Weinwelt
Dieser einfache Vergleich zeigt auf: Holzschnitzel-Weine sind nicht im Holzfass gereift und mit deren Aromatik versehen, so wie es die Eichenholzfässer von sich aus bewirken, sondern die Holzschnitzel selbst reifen im Wein. Deshalb muss dem Wein im Stahltank gezielt Sauerstoff zugeführt werden. Das als “Redoxmanagement” bezeichnete Verfahren ist trotz Computersteuerung hochkompliziert – kein Wunder: Ein Stahltank mit eingelegten Holzchips ist hermetisch von der Aussenwelt abgeschlossen. Es finden sich also keine Poren durch die ein Austausch mit der Umwelt gewährleistet wäre. Qualitätsbewusste Winzer kennen diese äusserst anspruchsvolle Reifephase der Weinbereitung, weshalb sie auch gerne auf Eichenholzchips verzichten. Zudem ist Holzschnitzel-Wein nicht wirklich “gereift” sondern lediglich “behandelt” – es gibt am Ende immer einen großen Unterschied zwischen den Produkten.

Klares Nein zur Imitation
Allen Uniformierungs- und Banalisierungstendenzen zum Trotz, wollen wir für den gebietstypischen und terroirgeprägten Wein eintreten. Wir wollen Wein als eigenständiges Naturerzeugnis und Kulturgut pflegen und nicht zu einem austauschbaren Industrieprodukt verkommen lassen. Wir distanzieren uns nicht nur von Designerweinen für den Massenmarkt und der Zuhilfenahme “neuer Technologien”, die bisher aus gutem Grund verboten waren, sondern auch von gerösteten Holzchips und anderen “Wundermitteln” der Weinbereitung. Technisch manipulierte Weine hießen sie bisher, diese dürfen nun ohne Beanstandung verkauft werden. Nach internationalem Verständnis und dem Drängen, dass Wein mitunter billiger als Mineralwasser angeboten und verkauft wird, kippte auch die Gesetzeslage in Europa. Deshalb haben wir uns zu nachfolgendem Schritt entschlossen unsere, tatsächlich in echtem Holz ausgebauten Weine – auch als solche zu kennzeichnen. Denn Weine, die suggerieren, dass sie beinahe so schmecken, als wären sie in echten Holzfässern ausgebaut – genügen uns beiweitem nicht.

Erfahren Sie mehr im zweiten Teil unsers Artikels.

This entry was posted in Artikel, Eigenmarken, Wein. Bookmark the permalink.

One Response to Chipsfree – Unser Kodex in Sachen klare Kennzeichnung (Teil 1 von 2)

  1. Pingback: blog.gerardo.de » Barrique & Wein – (Fast) eine Liebesgeschichte

Comments are closed.