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Barbaresco | Der 'kleine Bruder' des Barolo

Barbaresco | Der 'kleine Bruder' des Barolo



Der Barbaresco ist neben dem Barolo der wohl bekannteste Wein aus dem Piemont. Ebenso wie der Barolo, wird Barbaresco sortenrein aus Nebbiolotrauben hergestellt. Die Produktionszone in der Langhe umfasst Weinberge rund um die Ortschaften Barbaresco, Treiso und Neive. Einer der Unterschiede zu seinem 'großen Bruder' ist das Terroir: Die Hügel des Barbaresco liegen etwas niedriger als die der Barolo-Zone und verfügen über eine andere Bodenbeschaffenheit. Die dort gekelterten Weine sind meist etwas weniger wuchtig und dafür etwas samtiger am Gaumen - was dem Barbaresco auch den Beinamen 'Wein der Königin' einbrachte. Der Barbaresco steht bis heute im Schatten seines großen Bruders und wird oft unterschätzt. Zu Unrecht, was nicht nur das durchweg bessere Preis-/Genussverhältnis beweist. - Gerardo





 

Barbaresco | Der 'kleine Bruder' des Barolo



Barbaresco stammt wie das große Vorbild - der weltbekannte Barolo - aus dem nordwesten Italiens, genauergesagt der Region Piemont. Zudem werden beide Weine reinsortig aus Nebbiolo Trauben gekeltert und anschließend im Holzfass gereift. Jedoch bestehen wesentliche Unterschiede zwischen beiden Weinen - und das nicht nur im Preis - Merkmale welche zur Einzigartigkeit und Eigenständigkeit beitragen.

Einer der wesentlichen Unterschiede zwischen Barolo und Barbaresco ist die differenzierte Bodenstruktur. Die Böden des Barbaresco sind reicher an Nährstoffen, was dazu führt, das die Trauben nicht soviele Tannine ausbilden wie es bei Barolo der Fall ist. Beide Weine eint dabei ein charakteristisches Bouquet welches an Rosen und Kirschfrüchte erinnert. Der Unterschied ist meist im Geschmack erkennbar, die Tannine des Barbaresco sind dabei nicht ganz so hart wie des Barolo.

Wenn wir die Unterschiede in der Bodenzusammensetzung betrachten, ist es schwer zu sagen welcher der beiden besser für Nebbiolo Trauben geeignet ist. Das Terrain beider Zonen besteht im wesentlichen aus Kalkmergel - einem kalkreichen Tonboden. Der enthaltene Kalk sorgt dabei für einen erhöhten pH-Wert, was allerdings dazu führt das die Trauben einen niedrigeren pH-Wert ausbilden. Dies führt zu einem leicht erhöhten Säuregehalt, welcher grundliegender und wichtiger Bestandteil für qualitativ hochwertige Weine ist.

Maßgeblich ist auch das Reglement zum Ausbau beider Weine. Wo für den Barolo ganze drei Jahre Lagerzeit vorgeschrieben sind, reichen zwei Jahre für den Barbaresco bereits aus. Ein Grund könnten die höheren Tannine im Barolo sein, welche eine längere Reifezeit benötigen. Der Alterungsprozess ist jedoch für mehr als nur das Glätten der Tannine verantwortlich, es verändert die Fruchtaromen im Wein maßgeblich.

Interessant ist auch die unterschiedliche Geschichte der zwei 'Brüder': Der Barolo ist tatsächlich 50 Jahre älter als sein jüngerer Bruder und wurde 1850 nach der Edelfrau Marchesa di Barolo benannt. Damals, als der Barolo seinen berühmten Namen erhielt, handelte es sich jedoch um einen anderen Wein als heute.

Der Barbaresco hingegen erblickte erst 1894 das Licht der Welt und folgte ursprünglich einem ganz ähnlichen stilistischen Ansatz. Beide Produktionszonen litten erheblich unter der Reblauskatastrophe und produzierten kaum mehr Wein in nennenswerter Menge während der beiden Weltkriege. Vor allem der Barbaresco war nahezu von der Weinlandkarte verschwunden. Erst kurz nach dem zweiten Weltkrieg schwang sich ein Familienbetrieb namens Gaia dazu auf, diesem Wein neues Leben einzuhauchen. Kurze Zeit später, im Jahre 1958 wagten die Produttori del Barbaresco einen weiteren großen Schritt zur Erneuerung dieses Kulturweines. - Gerardo