Story: Professionelle Unprofessionalität | Tobias Kolumne
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Online-Weinhandel: Professionelle Unprofessionalität
Ein sarkastischer Blick auf ein Geschäftsmodell zwischen Lautstärke und Leere
Wer am lautesten schreit, verkauft am meisten
Willkommen im digitalen Weinwunderland, wo nicht mehr das Produkt zählt, sondern das Werbebudget. Wer am meisten Geld in blinkende Banner und Rabattaktionen pumpt, gewinnt - oder verkauft zumindest. Was früher noch als beratungsintensives Genussgut galt, wird heute auf Discountniveau heruntergebrochen. Der Wein als 'erklärungsbedürftiges Produkt'? Ach was, wen interessiert das noch. Wichtig ist nur, dass der Preis stimmt - idealerweise so niedrig, dass man sich fragt, ob überhaupt noch Trauben drin sind.
Die Kunst des Erklärens - dem stationären Fachhandel sei Dank
Seit Jahrzehnten bemüht sich der stationäre Weinfachhandel um eine professionelle Vermittlung von Qualität, Herkunft und Charakter. Verkostungen, persönliche Beratung, Hintergrundwissen - echte Menschen mit echter Leidenschaft, die etwas übermitteln wollen. Dieser Anspruch ist aufwendig, anstrengend und ganz offensichtlich out. Schließlich kann man mit all dem Aufwand keine Klickrate steigern.
Parasitäres Geschäftsmodell mit Tradition - nur ohne eigene
Die großen Namen der italienischen Weinwelt, auf die sich jeder Online-Shop so gern stützt, wurden eben nicht durch ein Instagram-Ad oder SEO-optimierten “Weingenuss-Blog” bekannt. Nein, sie wurden aufgebaut - mühsam, generationenübergreifend, mit echter Arbeit von echten Fachhändlern. Heute wird dieses Fundament schamlos ausgenutzt. Die Online-Shops saugen das Lebenswerk anderer aus wie ein gut trainierter Parasit - nur ohne den Anstand, sich mal selbst zu bewegen.
Professionell im Werben, unprofessionell im Tun
Man muss dem Online-Weinhandel aber auch mal etwas zugestehen: Wenn es um aggressives Marketing geht, kennen diese Anbieter keine Hemmungen. Immer lauter, immer größer, immer noch ein bisschen weniger Marge - für das ganz große Schnäppchengefühl. Die Beratungsqualität? Reduziert auf drei Emojis und eine Google-Bewertung. Verkostung? Maximal visuell, in Form einer stockfotogeprägten “Foodpairing-Empfehlung”. Inhaltlich bleibt’s dünn - oder sagen wir: professionell unprofessionell.
Auf direktem Weg ins goldene Desaster
Und weil das alles so gut läuft, dreht der Online-Markt jedes Jahr weiter an der Preisschraube - abwärts, versteht sich. Was bleibt, ist ein ausgehöhltes Produkt, seiner Geschichte und Tiefe beraubt, verkauft wie ein x-beliebiger Gebrauchsgegenstand. Der einstige Kulturgut-Status? Irgendwo zwischen Warenkorb und Checkout verloren gegangen.
Aber hey - die Zukunft ist digital, heißt es. Nur schade, dass man mit einem Klick auch direkt gegen die Wand fahren kann. In diesem Sinne: Salute! - Tobias Gerhard Strunz [TS07/25]
Ein sarkastischer Blick auf ein Geschäftsmodell zwischen Lautstärke und Leere
Wer am lautesten schreit, verkauft am meisten
Willkommen im digitalen Weinwunderland, wo nicht mehr das Produkt zählt, sondern das Werbebudget. Wer am meisten Geld in blinkende Banner und Rabattaktionen pumpt, gewinnt - oder verkauft zumindest. Was früher noch als beratungsintensives Genussgut galt, wird heute auf Discountniveau heruntergebrochen. Der Wein als 'erklärungsbedürftiges Produkt'? Ach was, wen interessiert das noch. Wichtig ist nur, dass der Preis stimmt - idealerweise so niedrig, dass man sich fragt, ob überhaupt noch Trauben drin sind.
Die Kunst des Erklärens - dem stationären Fachhandel sei Dank
Seit Jahrzehnten bemüht sich der stationäre Weinfachhandel um eine professionelle Vermittlung von Qualität, Herkunft und Charakter. Verkostungen, persönliche Beratung, Hintergrundwissen - echte Menschen mit echter Leidenschaft, die etwas übermitteln wollen. Dieser Anspruch ist aufwendig, anstrengend und ganz offensichtlich out. Schließlich kann man mit all dem Aufwand keine Klickrate steigern.
Parasitäres Geschäftsmodell mit Tradition - nur ohne eigene
Die großen Namen der italienischen Weinwelt, auf die sich jeder Online-Shop so gern stützt, wurden eben nicht durch ein Instagram-Ad oder SEO-optimierten “Weingenuss-Blog” bekannt. Nein, sie wurden aufgebaut - mühsam, generationenübergreifend, mit echter Arbeit von echten Fachhändlern. Heute wird dieses Fundament schamlos ausgenutzt. Die Online-Shops saugen das Lebenswerk anderer aus wie ein gut trainierter Parasit - nur ohne den Anstand, sich mal selbst zu bewegen.
Professionell im Werben, unprofessionell im Tun
Man muss dem Online-Weinhandel aber auch mal etwas zugestehen: Wenn es um aggressives Marketing geht, kennen diese Anbieter keine Hemmungen. Immer lauter, immer größer, immer noch ein bisschen weniger Marge - für das ganz große Schnäppchengefühl. Die Beratungsqualität? Reduziert auf drei Emojis und eine Google-Bewertung. Verkostung? Maximal visuell, in Form einer stockfotogeprägten “Foodpairing-Empfehlung”. Inhaltlich bleibt’s dünn - oder sagen wir: professionell unprofessionell.
Auf direktem Weg ins goldene Desaster
Und weil das alles so gut läuft, dreht der Online-Markt jedes Jahr weiter an der Preisschraube - abwärts, versteht sich. Was bleibt, ist ein ausgehöhltes Produkt, seiner Geschichte und Tiefe beraubt, verkauft wie ein x-beliebiger Gebrauchsgegenstand. Der einstige Kulturgut-Status? Irgendwo zwischen Warenkorb und Checkout verloren gegangen.
Aber hey - die Zukunft ist digital, heißt es. Nur schade, dass man mit einem Klick auch direkt gegen die Wand fahren kann. In diesem Sinne: Salute! - Tobias Gerhard Strunz [TS07/25]
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