Das italienische Weindepot
 

Home Shop: Foradori, Trentino

Umfang: 6 Minuten | Podcast anhören: ()


Story: Foradori | Trentino
Seite: 1/1



Foradori | Trentino
Historische Wurzeln & Pioniergeist
Das Weingut Foradori hat seine Wurzeln in Mezzolombardo im Trentino, wo die Familie schon seit Generationen Ackerbau und Weinbau betrieb. Nachdem ihr Vater früh verstarb, übernahm Elisabetta 1985 den Betrieb mit gerade einmal 20 Jahren. In einer Zeit, als Teroldego kaum mehr geschätzt wurde, setzte sie auf die Selektion alter Klone jener Rebsorte: Schon bald registrierte sie rund 15 unterschiedliche Teroldego-Klone. Diese kluge Klonwahl legte den Grundstein für die spätere Wiederbelebung dieser autochthonen Traube.



Lage, Terroir und Klimatische Besonderheiten
Die Weinberge von Foradori liegen in der Ebene von Campo Rotaliano, an der Einmündung der Noce in den Etschtal, sowie in den hügeligen Parzellen von Fontanasanta oberhalb von Trient. Der Boden ist geprägt von Geröll, Kalkstein, Porphyr, Gneis und Granit - Zeugnis der geologischen Vielfalt der Dolomiten. Klimatisch verbinden sich hier die Einflüsse der Berge mit denen des mediterranen Südens: Tagsüber reflektieren die Dolomiten die Sonne, nachts ziehen kühlere Fallwinde ins Tal - Bedingungen, die zu langsamer Reife, lebendiger Säure und mineralisch-dichtem Wein führen.



Philosophie: Biodynamik, Amphoren & Naturverbundenheit
Schon 2002 wandte Foradori ihren Betrieb vollständig der biodynamischen Landwirtschaft zu, und seitdem prägt eine bewusste Rückkehr zu natürlichen Rhythmen das tägliche Arbeiten. Im Keller setzt man verstärkt auf Ton-Amphoren (400 Liter), in denen Weine wie Teroldego oder Weißweine wie Nosiola und Manzoni Maischegärung erfahren. Die Amphoren stehen nicht eingegraben, sondern frei im Raum - ein bewusster Ausdruck der Verbindung von Erde, Material und kosmischem Rhythmus, wie es die biodynamische Lehre nahelegt.



Sortiment: Vielfalt mit Schwerpunkt Teroldego
Das Herzstück des Sortiments bildet der Teroldego, der etwa 70-80% der Rebflächen einnimmt. Foradori differenziert ihn in mehrere Weine: den einfachen Teroldego „Foradori“, aber auch Lagenweine wie Morei und Sgarzon, die jeweils aus einzelnen Parzellen stammen und in Amphoren vinifiziert werden. Daneben kultiviert sie Weißweine: Nosiola Fontanasanta, Manzoni Bianco Fontanasanta sowie den Pinot Grigio „Fuoripista“, der durch Maischegärung eine kupferfarbene Tönung und eine lebendige, unkonventionelle Struktur erhält.



Ein besonderes Highlight: Teroldego „Granato“
Zu den Flaggschiffen zählt zweifelsohne der Teroldego „Granato“. Dieser Wein wurde bereits früh als Granato kreiert - benannt nach dem Granatapfel - und spiegelt mit seiner aromatischen Komplexität, Struktur und würzigen Tiefe das große Potenzial der Teroldego wider. Der Granato reift in kleinen Holzfässern und verbindet Veilchen, dunkle Beeren, Gewürze und eine feine Mineralität. Er gilt als Aushängeschild des Weinguts und hat bei Kritikern große Anerkennung erlangt.



Bedeutung & Ausblick
Das Weingut von Elisabetta Foradori ist weit mehr als ein reiner Weinproduzent: Es ist ein Leuchtturm für biodynamischen Weinbau, Autochthonie und kluge Parzellenarbeit im Trentino. Foradori hat nicht nur einen bedeutenden Beitrag zur Rettung der Teroldego geleistet, sondern auch gezeigt, wie man mit Respekt vor der Natur, experimentellem Geist und einem hohen Qualitätsanspruch außergewöhnliche Weine schaffen kann. In der Zukunft könnte die Familie Foradori die Rebflächen weiter gezielt selektieren, zusätzliche Amphorenprojekte realisieren oder neue biodynamische Experimente wagen - stets im Dienst einer authentischen, charaktervollen Weinwelt. - Gerardo [TS12/25]



Foradori Trentino

Steckbrief
NameForadori
RubrikTrentino
GründungsjahrGründung
EigentümerInhaber
ÖnologeÖnologe
Jahresproduktion (Fl.)Jahresproduktion
Rebfläche (Hektar)Hektar
TraubenzukaufZukauf
BewirtschaftungAnbau