Aglianico | Rebsorte
Aglianico ist eine der bedeutendsten Rotweinrebsorten Süditaliens. Sie ist bekannt für ihre vollmundigen Weine mit intensiven Beerenaromen, festen Tanninen und hervorragendem Alterungspotenzial. Trotz des heißen Klimas, in dem sie gedeiht, bewahrt sie eine ausgeprägte Säure, die ihr Frische und Struktur verleiht. Diese spät reifende und wüchsige Sorte neigt dazu, hohe Erträge zu liefern, weshalb gezielte weinbauliche Maßnahmen erforderlich sind, um ihre Qualität zu maximieren. Ohne Ertragsregulierung könnten die Weine an Konzentration und Tiefe verlieren.
Junge Aglianico-Weine sind oft von kräftigen Tanninen geprägt, insbesondere wenn ungünstige Witterungsbedingungen eine vorzeitige Lese erforderlich machen. Eine mehrjährige Reifung sorgt jedoch für eine harmonische Entwicklung, indem sie die Tannine abrundet und die Fruchtaromen verfeinert. Typischerweise zeigt Aglianico anfangs eine granatrote Farbe, die mit zunehmender Reife in elegante Terrakotta-Töne übergeht. Lange wurde vermutet, dass die Traube griechischen Ursprungs sei - ihr Name leitet sich vom Wort „Hellenic“ ab. Doch neuere DNA-Analysen sowie etymologische und historische Forschungen deuten darauf hin, dass Aglianico tatsächlich in Süditalien beheimatet ist. Sie sollte nicht mit der ähnlich klingenden Sorte Aleatico verwechselt werden, die vor allem in Apulien verbreitet ist. - Gerardo [TS04/25]