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Blog: Marken | Weinregion




Die Marken sind eine geschichtsträchtige Region, die aber bis heute ein Stück 'unentdecktes Italien' geblieben ist. Das liegt daran, dass ihr Bekanntheitsgrad aufgrund geringer Marketingaktivitäten weit hinter der Toskana und dem Piemont zurückbleibt - die 'Marken' sind noch keine 'Marke'. Der Name der Region 'Marken' stammt zweifelsohne aus dem Deutschen, er wurde bereits früher für einzelne Gebiete verwendet. Der provinzielle Charakter der Region, insbesondere der südlichen Marken, hat sich bis in die jüngste Geschichte erhalten. Auf den ersten Blick sind alle genannten Punkte offensichtliche Nachteile, aber dies hat die Marken auch vor einigen unangenehmen Strömungen der modernen Zeit bewahrt. Der Winzer Simone Capecci führt das Weingut San Savino bereits in der vierten Generation. Er knüpft an das Lebenswerk seines Vaters und seiner Vorfahren an: Die Pflege und Entwicklung des Weinbaus in den Hügeln von Ascoli Piceno. Simone Capecci widmet sich daher ausschließlich den autochthonen Rebsorten Montepulciano, Sangiovese, Pecorino und Passerina.

Von Startups..
Das Geld des industriellen Nordens hat einige Regionen Italiens, wie die Maremma im Süden der Toskana, regelrecht umgepflügt. Ganze Landschaften wurden aufgekauft, umgestaltet, mit neuen Weinbergen, Weingütern und Kellereien versehen. Fast alle bekannten Giganten der italienischen Weinszene eröffneten dort Zweigbetriebe. Die Folgen waren gravierend (nicht nur) für die Weinbergspreise, denn die explodierten förmlich. Zudem basieren die so entstandenen Instant-Kellereien nicht auf einer lokalen Weinbautradition - sie sind reine Modeerscheinungen. Die Popularität einer Region ist der Faktor, der bestimmt, wie begehrt die Weinberge für kapitalistische Projekte sind.

...und traditionellen Winzern
Die Bewohner der Marken, die Marchegiani, sind überwiegend bäuerlich und führen ein Leben, in dem Genügsamkeit einen hohen Stellenwert hat. Höhenflüge sind den Menschen hier fremd, sie bevorzugen das gesunde Mittelmaß. Dennoch besteht die Befürchtung, dass der Erwerb von wertvollen Gütern unbezahlbar werden könnte. Für junge Winzer ist dies ein wichtiger Kostenfaktor, wenn sie ein oder zwei zusätzliche Weinberge erwerben oder pachten wollen. Kein Weingut besitzt von Natur aus nur Spitzenlagen. Es erfordert viel Fingerspitzengefühl, diejenigen, die zu alt oder gebrechlich geworden sind, zu fragen, ob sie ihre Weinberge aufgeben würden.

Mit den alten Weinbergen sind viele Emotionen verbunden und letztlich ist es nicht nur eine Frage des Preises. Der Erwerb neuer Weinberge und die damit verbundene Preisgestaltung werden leicht durch zu dicke Brieftaschen aus dem industriellen Norden Italiens gestört. Diese Form der Geldmacherei ist neu in den Marken und bedroht jahrhundertealte Prinzipien. Junge Winzer, die aus einheimischen Winzerfamilien stammen, können sich leicht ausrechnen, dass das Geld im Wein nie reichen wird, um die neuen Preise der Weinberge in den Marken zu refinanzieren.

Es sei denn, man gehört zu jenen 'Winzern', die mit diversen Nebeneinkünften aus Industrie, Pharmazie, Versicherungen oder Banken in die Marken kommen. Die traditionellen Weinbaubetriebe verfügen nicht über solche Mittel und sind allein auf den Verkauf ihrer Produkte angewiesen. Man merkt schnell, dass neben den alteingesessenen Winzerfamilien immer mehr auswärtige Konkurrenten im Weingeschäft der Marken auftauchen. Eine Konkurrenz, für die ein Weinberg lediglich eine neue Investition und der Weinmarkt eine Art Börse ist - in die man sich mit seinem Scheckbuch einkaufen kann. - Gerardo [TS05/23]


Marken Weinregion

Steckbrief
NameMarken
RubrikWeinregion
Rebfläche (Hektar)25.000
RebsortenspiegelMontepulciano, Sangiovese, Cabernet, Merlot, Lacrima, Verdicchio, Grechetto, Pecorino, Chardonnay, Trebbiano
HauptstadtAncona

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