Wein aus Italien | Rosso. Bianco. Rosato. Prosecco & Spumante
Oinotria - das Weinland -, so nannten die alten Griechen Italien. Es war ein Name, der zugleich als Auszeichnung galt, denn die Griechen wussten guten Wein sehr wohl zu schätzen. Dionysos selbst, der Gott des Weins, hätte diesen Titel wohl kaum zugelassen, wäre Italien nicht schon in der Antike ein Zentrum für edle Tropfen gewesen. Während im Norden Europas noch Met durch die Trinkhörner floss, stand Julius Cäsar in Rom bereits vor der Entscheidung, welchen der zahlreichen Weine er für seine Festtafel auswählen sollte. Seine Wahl fiel, wie überliefert ist, auf einen goldgelben Mamertino aus Sizilien - vielleicht ein Jahrgang von 50 v. Chr., geformt unter der sengenden Sonne des Südens.
Doch nicht nur Sizilien war Quelle edler Weine. Von den Alpen bis zur Südspitze der Halbinsel wuchs die Weinrebe schon früh. Die „Vitis vinifera“, die edle Weintraube, hatte überall in Italien ihre Heimat, und die Römer machten sich dieses Geschenk der Natur zunutze. Als ihre Legionen Europa eroberten, führten sie nicht nur Waffen mit sich, sondern auch Rebstöcke. In ihren Trossen reisten junge Setzlinge mit, sorgfältig geschützt vor dem rauen Klima des Nordens. Fanden sie einen sonnigen Hang, legten sie die Rüstung ab und begannen, Wein anzubauen - so gelangte der Weinbau bis nach Gallien und Germanien.
Zunächst war es jedoch ein fremdes Gut, ein Geschenk der Eroberer. Doch mit der Zeit begannen auch die Menschen nördlich der Alpen, Reben zu pflegen und Wein selbst zu keltern. Und wo Wein wächst und in kühlen Kellern zur Reife gelangt, verändert sich auch der Mensch. Ein guter Wein lädt zum Gespräch ein, öffnet die Herzen und stiftet Verständnis. Aus dem Genuss wächst Toleranz - Weintrinker sind selten Fanatiker. Wer gemeinsam trinkt, findet leichter zueinander, das wussten schon die alten Italiener, und das gilt auch heute noch.
So führt uns die Reise zurück nach Italien, zu einem Land, das nicht nur Wein, sondern auch Kunst, Musik und Baukunst hervorgebracht hat. Es ist kaum vorstellbar, dass all diese kulturellen Höhepunkte in einem Land ohne Weinreben entstanden wären. Der Wein gehört zum kulturellen Selbstverständnis Italiens - genauso wie Don Camillo und Peppone, die bei einem Glas Lambrusco ihre Differenzen beilegen, oder ein Prediger, der nach einem Schluck Chianti das Sündenbekenntnis milder beurteilt.
Was also ist Wein? Für den Italiener ist er weit mehr als ein Getränk - er ist Nahrung, Ausdruck von Lebensfreude und Kulturträger. Wer nach Italien reist, kann kaum anders, als sich mit dem Wein dieses Landes anzufreunden. Viele beginnen mit dem „Vino del Paese“, dem Landwein aus der Umgebung jener Osteria, die mit herzlicher Einfachheit empfängt. Doch wer sich weiterbilden möchte, der sucht die wahren Genussquellen auf - jene Trattorien zwischen Piemont und Sizilien, wo echte Kenner mit Leidenschaft den passenden Wein zu jedem Gericht wählen.
Ob zu Pasta, Pizza, Fisch oder Wild - Italien bietet eine Fülle an Weinen, die in ihrer Vielfalt ihresgleichen sucht. Spitzenweine, die es mühelos mit den besten Tropfen Europas aufnehmen können. Wer sich darauf einlässt, entdeckt nicht nur guten Wein, sondern ein Stück gelebte italienische Kultur.
- Gerardo [TS05/25]